Löwenbräuwaggon

Universalkühlwagen

Löwenbräu München

Die Firma Löwenbräu unterhielt für den Transport ihrer Produkte mehrere kühlbare Eisenbahnwaggons verschiedener Bauarten, die heute zu echten Raritäten zählen. Es sind uns derzeit keine weiteren Waggons von Löwenbräu bekannt, die heute noch existieren!


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Universalkühlwagen - Löwenbräu München

Hintergrundinformationen

Waren es zunächst Pferdefuhrwerke oder Lastkraftwagen die das edele Gebräu verschiedener Biererzeuger transportieren, so waren es später hauptsächlich private Kühlwaggons der Brauereien mit denen das Bier zu weiter entfernten Abnehmern gelangte.

Dieser zuletzt bei Löwenrbäu eingesetzt Kühlwaggon vom Typ Tnfms64 wurde im Jahr 1943 gebaut und entstand zunächst auf Basis eines geschweißten Güterwagens vom Typ Glmhs Dresden. Die Waggons waren für den Transport von Seefisch konzipiert und trugen die Bezeichnung Tnfhs. Von der Deutschen Reichsbahn wurden etwa 500 Wagen beschafft, von denen die deutsche Bundesbahn noch knapp 400 übernahm und diese als Tnf(re)hs 38 führte. Einige dieser Wagen erhielten Ende der 1950er Jahre eine Außenverkleidung aus waagerechten Holzplanken, wie z.B. der Löwenbräuwaggon der EFG.
Um höhere Ladegewichte zu erreichen wurden im Jahr 1961 an 50 dieser Waggons Veränderungen an den Tragfedern und den Bremshebeln vorgenommen. Diese Wagen wurden ab 1962 als Tnfms62 bezeichnet.
Der im 1982 durch Löwenbräu ausgemusterte Kühlwaggon mit der Wagennummer 805 0 022-2 fand noch im gleichen Jahr seinen Weg nach Pier, eine nördlich von Düren gelegene Ortschaft, wo er auf dem Gelände des dort ansässigen Unternehmen Pierer Brauhaus Wirtz & Co GmbH und Getränkeverleger Gareis eine neue Heimat fand. Man stellte den Waggon auf dem Hinterhof auf um schnell zusätzlichen Kühlraum zu schaffen. Im Zuge der Tagebauaktivitäten von RWE-Power muss die Ortschaft Pier dem Tagebau Inden weichen was für den historischen Kühlwaggon (es gibt heute nur noch zwei Exemplare dieses Typs) die Verschrottung bedeutet hätte.
Um den Waggon zu retten hat die RWE-Power AG den Waggon Anfang des Jahres 2012 an die Eisenbahnfreunde Grenzland verschenkt.

Der Waggon wurde schließlich am 20.01.2012 mit einem Tieflader - ähnlich wie beim Transport des B3yg 89 531 - von Pier nach Walheim gebracht. Für die gesamten Transportkosten ist allein der Verein aufgekommen. Die Löwenbräu AG in München lehnte auf Anfrage des Vereins eine finanzielle Unterstützung ab.

War zunächst der Einsatz bei Sonderfahrten als Begleitwagen angedacht, so haben sich die Pläne Ende des Jahres 2012 geändert. Der Waggon wurde im Dezember 2012 an die Stadt Frankfurt am Main verkauft, wo er fachmännisch als Seefischwaggon aufgearbeitet und als Denkmal auf dem historischen Hafengelände aufgestellt wird. Die Eisenbahnfreunde Grenzland sehen so den Erhalt des historisch wertvollen Waggons sicher gestellt und freuen sich über seine baldige Aufarbeitung. Als Ersatz für den "Löwenbräuwaggon" wurde vom Bergwerksverein Alsdorf ein Gmms40 gekauft, der zunächst als Lager und später als Fahrradwagen dienen soll.


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Technische Daten
löwi

Generelle Angaben:
Hersteller: unbekannt
Baujahr: 1943
Ausgemustert: 1982
Wagennummer: 80 DB 805 0 22-2 P
Gattung: Tnfms64, ex. Tnfhs38 / ex. Glmhs
Bauart: Bierkühlwaggon, ex. Seefischkühlwaggon
Letzter Heimatbahnhof: München Hbf.

Status: rollfähig
Fristen: abgelaufen 1982
Abgestellt in: Walheim
Planung: optische und technische Aufarbeitung - Nutzung als Begleitwagen

Fahrzeugangaben:
Eigengewicht: 14,06t
Nutzlast: 17 / 21t
Länge über Puffer: 12.100mm
Wagenkastenlänge: 10.800mm
Wagenkastenbreite: 2.850mm
Dachoberkante über So: 4.100mm
Ladebreite: 2.480mm
Ladefläche: 26,0m²
Achsabstand: 7.000mm
Ladetüren je Seite: 2

Technische Angaben:
Höchstgeschwindigkeit: 100km/h
Bremse: Hik-GP-Bremse
Federblattanzahl: 9
Federblattlänge: 1.400mm




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Fahrzeugfotoalben


Löwenbräuwaggon
Löwenbräuwaggon
keine Fotos
Der Wagen in Pier - Transportvorbereitungen
Der Transport von Pier nach Walheim
Bei den Eisenbahnfreunde Grenzland